Zahlen und Fakten

Finanzen

Finanzielle Lage
Die Verbandsrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von ca. CHF 3.2 Millionen ab. Im Bereich «Verbrennung, Recycling, Logistik» wurde ein Ertrag von ca. CHF 3.38 Mio. erwirtschaftet.
Dieses positive Ergebnis wurde erreicht durch:

  • 1. 139’597 Tonnen thermisch verarbeitet (7.4 Prozent über Budget).
  • 2. Die Recyclingerträge haben sich positiv entwickelt. Nettoertrag ca. CHF 450’000.
  • 3. Der Deckungsbeitrag pro verbrannte Tonne konnte erhöht werden. Dadurch konnte die Nutzschwelle von knapp 129’600 Tonnen gemäss Budget auf 125’199 Tonnen gesenkt werden.

Nettokosten und Betriebsaufwand Verbrennung
Die Netto-Verbrennungskosten konnten auf ein Allzeittief von CHF 110.08 pro Tonne gesenkt werden. Dieser Umstand ist vor allem den hohen Energieerträgen zu verdanken. Pro verbrannte Tonne wurden CHF 76 Erträge aus Energieverkauf gutgeschrieben. Die übrigen Verbrennungskosten wie «Unterhalt und Reparatur», «Betriebsmaterial» und Reststoffentsorgung konnten trotz steigenden Preisen auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Logistik

Kleinere Gesamtmenge
Mit 139’412 Tonnen Kehricht sind gegenüber dem Vorjahr gesamthaft 1’175 Tonnen weniger Abfälle bei der KVA Thurgau angeliefert worden. Dies ist eine Reduktion von 0,84 Prozent.

Zunahme im Sammeldienst
Insgesamt sammelten die acht Kehrichtfahrzeuge im Verbandsgebiet Thurgau 34’719 Tonnen (Vorjahr 33’785 Tonnen), wovon 27’940 Tonnen per Bahn zugeführt wurden. Dies sind 80.47 Prozent (Vorjahr 79.04 Prozent) der gesammelten Abfallmenge im Verbandsgebiet. Die Sammeldienstmenge im Verbandsgebiet erhöhte sich damit um 1.52 Prozent (im Vorjahr 1.0 Prozent).

Weniger Bahntransporte
Gesamthaft wurden 2’132 Bahnwagen (Vorjahr 2’681) bewegt. 6’335 (Vorjahr 7’980) per Bahn angelieferte Container wurden in der Anlage der KVA entleert. Dies ist eine Abnahme von 10.48 Prozent gegenüber dem Vorjahr (-6.5 Prozent). Der Grund für die Abnahme liegt darin, dass infolge Revision einerseits Bahnwagen aus dem Sammeldienst direkt in andere Kehrichtverbrennungsanlagen umgeleitet wurden und andererseits vermehrt Industrie- und Gewebeabfälle per Strassentransport direkt der KVA zugeführt wurden. Die per Bahn angelieferte Gesamtabfallmenge verringerte sich von 79’058 Tonnen auf eine Gesamtmenge von 61’881 Tonnen. Dies ist eine Reduktion von 22.73 Prozent. Von der an die KVA gelieferte Gesamtmenge sind insgesamt 44.39 Prozent mit der Bahn angeliefert worden.

Zunahme der Abfallmengen bei den Regionalen Annahmezentren
Der KVA Weinfelden sind aus dem RAZ Frauenfeld 8’014 Tonnen (Vorjahr 6055 Tonnen), aus dem RAZ Hefenhofen 4’126 Tonnen (Vorjahr 3’957 Tonnen) und aus dem RAZ Kreuzlingen 3’980 Tonnen (Vorjahr 3’566 Tonnen) zugeführt worden. Die Anzahl Privatanlieferungen and die KVA Weinfelden, an das RAZ Kreuzlingen und Frauenfeld sind steigend. Die Beliebtheit der RAZ gewinnt allgemein immer mehr an Bedeutung.

Weniger Mengen auf Reaktordeponie Kehlhof
Die Ablagerungsmenge auf der Deponie Kehlhof Berg verringerte sich deutlich von 10’104 auf 6’237 Tonnen.

Mehr Schlackentransporte auf der Schiene
33’881 Tonnen Schlacke sind angefallen, wovon 26’911 Tonnen (79.42 Prozent) mit der Bahn in die Deponie Burgauerfeld (Flawil), transportiert wurden. 446 Tonnen wurden in die Deponie Celltor, Tavannes BE, geliefert.

Anlage

Thermische Verwertung des Abfalls
Die hohe Verfügbarkeit unserer Anlage von 93.9 Prozent zeigt, dass der Betrieb und die Instandhaltung der Anlage auf einem hohen Niveau funktionieren. Beinahe 140’000 Tonnen Kehricht wurden thermisch verwertet und dabei wertvolle Energie in Form von Dampf und Strom gewonnen. Ausser eines Rohrreissers pro Kessel waren keine nennenswerten ungeplanten Unterbrüche der Ofenlinien zu verzeichnen. In diesem Jahr wurden grössere Bereiche der Ausmauerung bei den Kesseln erneuert. Zur Erleichterung und zur Revisionszeitverkürzung für zukünftigen Austausch von Kesselrohrbündeln wurden in das Kesselhausdach zwei Schiebedächer eingebaut. In unserer Instandhaltungswerkstatt haben wir zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen eine leistungsstärkere Lüftung nachgerüstet. Im Bereich Trockenaustrag von Schlacke inklusive Wertstoffrückgewinnung aus der Trockenschlacke ist die Technik noch nicht ausgereift. Deshalb wurde beschlossen, unsere beiden Nassentschlacker nochmals durch baugleiche zu ersetzen. Die Entwicklung des Trockenaustrages wird trotzdem unterstützt und weiter verfolgt.

Die Optimierung unseres Primärluftsystems mit neuem Luftvorwärmer wurde in Angriff genommen, um eine optimale Verbrennungsluftzuführung zum Ofen und den Ausbrand der Schlacke auch weiterhin sicherzustellen. Ein optimaler Ausbrand ist eine Grundvoraussetzung für einen zukünftigen Trockenaustrag von Schlacke. Der Umbau des Primärluftsystems wird 2011 während den ordentlichen Revisionen der Ofenlinien durchgeführt werden.

Reingaswerte und Abwasserqualität

Das Jahr 2010 zeigte wiederum, dass unsere Rauchgasreinigung bestens funktioniert. Sämtliche Emissionswerte liegen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Die Abwasserqualität hat sich im Vergleich zum letzten Jahr wenig verändert. Die untersuchten Stoffe liegen auch hier meistens weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Der Bleigehalt hat sich im Vergleich zum letzten Jahr wieder etwas reduziert. Die Messwerte bei Kobalt und Nikel lagen bei den vierteljährlichen Probenahmen unter der Nachweisgrenze.

Engergieeffizienz

Stand 2010

Markt und Wertstoffe

Kehrichtanlieferungen
Die Anlieferungen aus dem Verbandsgebiet sind stabil. Der lange Winter hat zu einem starken Nachholbedarf im April geführt, dadurch entstand ein anspruchvolles Bunkermanagement. Der Markt war allgemein sehr volatil. Obwohl grundsätzlich genügend Abfall zur thermischen Verwertung vorhanden war, ist aufgrund zusätzlich geschaffener Kapazitäten Unsicherheit entstanden, was zu sinkenden Preisen führte.

Wert- und Rohstoffe
Kundenkontakte
Mit über 100 Besuchen bei Bauämtern, Entsorgern, Verwertern und Lieferanten sowie unzähligen telefonischen und schriftlichen Kontakten wird den Bedürfnissen unserer Kunden Rechnung getragen. Die angebotenen Kurse im Bereich Kompostierung wurden von rund 200 Teilnehmenden genutzt. An mehreren öffentlichen Ausstellungen (OFFA, OLMA und WEGA) war der Verband KVA Thurgau präsent.

Sonderabfälle
Im Berichtsjahr übernahm der Verband KVA Thurgau die Sonderabfallsammlung vom kantonalen Labor. Durch die Sonderabfallentgegennahme an allen RAZ wurde das Angebot nicht nur geographisch, sondern vor allem mit den kundengerechten Öffnungszeiten entscheidend ausgebaut. Dies wurde von den Privatkunden goutiert und rege genutzt.