Energie für das Thurtal

Ausbau der klimafreundlichen Energieproduktion

In jedem Sack Hauskehricht steckt genug Energie, um im Backofen ein Brot zu backen und dazu – mit Sparbrause – eine halbe Stunde warm zu duschen. 2016 hat der Bund in der Abfallverordnung den Grundsatz verankert, dass mindestens 55% des Energiegehalts der verbrannten Abfälle genutzt werden müssen. Gleichzeitig steigt in der Wirtschaft der Bedarf nach klimafreundlicher Energie. Die KVA in Weinfelden ist hier ideal positioniert. 2019 hat sie ihren Kunden 236 GWh CO2-neutrale Energie geliefert. Die Model AG spart damit jährlich rund 20 Millionen Liter Erdöl. Die KVA ist auch die grösste Stromproduzentin im Kanton Thurgau: Sie beliefert über 10'000 Haushalte mit Thurgauer Naturstrom. Beim Ersatz der KVA Weinfelden soll die Produktion von klimafreundlicher Energie weiter ausgebaut werden.

Moderne KVA: Flexible und intelligente Energiezentralen

Wer heute eine KVA plant, hat eine Vielzahl von Optionen, die anfallende Energie zu nutzen: Moderne KVA sind «Energy Hubs» oder – auf deutsch – Energiezentralen. Sie können flexibel je nach Bedarf Wärme, Dampf und Strom produzieren und damit fossile Energieträger ersetzen. Und das ist noch nicht alles: Moderne KVA können auch verschiedene Energieträger koppeln oder Wasserstoff erzeugen. Aus diesem lässt sich – zusammen mit CO2 aus der KVA-Abluft – sogar erneuerbares Erdgas herstellen und in ein herkömmliches Gasnetz einspeisen.

«Wärmerückgrat» durch das Thurtal

Welche dieser Elemente beim geplanten Ersatzbau der KVA in Weinfelden umgesetzt werden, steht heute noch nicht fest. Dies wird bei der Erarbeitung des Vorprojekts bis voraussichtlich Ende 2022 geklärt. Bereits konkret ist hingegen schon der Plan, von der KVA aus eine neue Fernwärmleitung durch das Thurtal über Sulgen bis nach Bischofszell zu führen. Erste Gespräche mit potenziellen Abnehmern von Wärme stimmen zuversichtlich. So zeigt beispielsweise die Bischofszell Nahrungsmittel AG (BiNa) grundsätzlich Interesse an einer Versorgung mit CO2-neutraler Wärme, entspräche dies doch der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens und der gesamten Migros-Gruppe.