Vernetzung Amphibienschutzgebiete

Grössere und zusammenhängende Fläche für die Natur

Auf jenem Teil des KVA-Areals, der für den Bau des Ersatzbaus vorgesehen ist, befindet sich heute ein Amphibienlaichgebiet. Die KVA hat sich verpflichtet, als Ausgleich dazu zwei neue Schutzgebiete mit hochwertigen Lebensräumen zu schaffen: die Ersatzflächen Teil Nord und Teil Süd. Sie werden voraussichtlich ab Sommer 2022 die verschiedenen Biotope in der näheren Umgebung zu einem zusammenhängenden, rund doppelt so grossen Schutzgebiet vernetzen. Mit dem Verfüllen der Biotope auf dem KVA-Areal wird mindestens bis Herbst 2023 zugewartet. Dies ermöglicht den Amphibien, den neuen Lebensraum selbständig zu erschliessen.

Ersatzfläche Teil Nord

Im März 2021 hat die KVA die Baubewilligung für die Ersatzfläche Teil Nord erhalten. Sie besteht aus einem 200 Meter langen und 15 – 35 Meter breiten Streifen zwischen der MOWAG-Grube im Norden und den weiteren Schutzgebieten im Süden. Kern des Schutzgebiets bilden drei insgesamt 320m2 grosse, maximal 40 cm tiefe Weiher, welche den Amphibien als Laichgewässer dienen werden.

Übersichtsplan der Ersatzfläche Teil Nord (PDF)

Anfang Mai 2021 hat die Firma Kreis Wasserbau AG aus Weinfelden mit den Bauarbeiten begonnen. Die Grundstrukturen der Ersatzfläche mit den Becken der Amphibiengewässer sind mittlerweile angelegt. Mit der Umgebungsgestaltung wird noch zugewartet. Voraussichtlich im Sommer 2022 sind alle Arbeiten im Bereich der Ersatzfläche Teil Nord abgeschlossen.

Neuer Lebensraum für die gefährdete Kreuzkröte

Die nördliche Ersatzfläche steht ganz im Zeichen der stark gefährdeten Kreuzkröte. Die Gestaltungsmassnahmen werden auf deren Lebensraum ausgerichtet. Rund um die Teiche bieten Stein- und Sandhaufen Versteckmöglichkeiten für die Kröten, und eine Naturwiese sorgt für Nahrungsangebot. Eine Hecke und ein Holzzaun schirmen die Ersatzfläche Teil Nord von den umliegenden Wegen ab.

Ersatzfläche Teil Süd

Die Ersatzfläche Teil Süd ist rund 600 Meter lang und zwischen 50 und 150 Meter breit. Auf dieser Fläche beginnen die Arbeiten Anfang Dezember 2021 mit der Auslichtung des bestehenden Waldes – je nach Art und Zustand des Gehölzes unterschiedlich stark. Dazu wurden vorgängig mit dem Forstamt des Kantons Thurgau seltene Baumarten und ökologisch wertvolle Baumgruppen identifiziert. Sie spielen eine wichtige Rolle für das Ökosystem und bleiben deshalb als integraler Bestandteil des Schutzgebiets erhalten. Sobald die Baubewilligung vorliegt, wird anschliessend auf einer Fläche von rund acht Fussballfeldern neuer Lebensraum für Laubfrosch, Kamm- und Fadenmolch angelegt.

Amphibiengewässer und Weideflächen für Hochlandrinder

Herzstück der südlichen Ersatzfläche sind mehrere auf die Bedürfnisse von Laubfrosch, Kamm- und Fadenmolch ausgerichtete Tümpel, jeweils zwischen 0.5 und 1.5 Meter tief. Dem Kammmolch stehen künftig beispielsweise rund 700m2 Wasserfläche zur Verfügung. Die kleinen amphibischen Bewohner erhalten grosse, behaarte Nachbarn: In gewissen Bereichen der Ersatzfläche Teil Süd weiden zwischen Tümpeln und Altholzinseln künftig Hochlandrinder – natürliche «Landschaftspfleger», welche die Biodiversität fördern. Verläuft alles nach Plan, ist die Ersatzfläche Teil Süd ab Sommer 2022 «bezugsbereit».